Über den eigenen Tod nachzudenken, fällt den meisten Menschen verständlicherweise schwer. Es ist ein Thema, das man gerne auf die lange Bank schiebt. Doch wer sich zu Lebzeiten nicht mit der eigenen Beerdigung beschäftigt, überlässt im Ernstfall folgenschwere Entscheidungen seinen Angehörigen. In einer Phase des tiefen Schocks und der akuten Trauer müssen Kinder oder Partner innerhalb weniger Tage entscheiden, welche Musik gespielt werden soll, welche Bestattungsart gewünscht war und wo die letzte Ruhestätte liegen soll.
Das muss nicht sein. Mit einer Bestattungsverfügung nehmen Sie Ihren Liebsten diese emotionale Last komplett ab. Sie bestimmen selbst, wie Ihr Abschied aussehen soll, und schaffen absolute Klarheit für alle Beteiligten.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, was eine Bestattungsverfügung ist, was unbedingt hineingehört und wie Sie das Dokument rechtssicher aufsetzen.
Was ist eine Bestattungsverfügung?
Eine Bestattungsverfügung ist eine schriftliche Willenserklärung. In ihr legen Sie verbindlich fest, was nach Ihrem Tod mit Ihrem Körper geschehen soll und in welchem Rahmen die Trauerfeier stattfinden soll.
Rechtlich bindend: In Deutschland gilt das Recht der Totensorge. Wer eine Bestattungsverfügung verfasst, setzt damit seinen Willen rechtlich durch. Die Angehörigen und auch das Bestattungsunternehmen sind im Ernstfall daran gebunden, Ihre Wünsche exakt so umzusetzen – vorausgesetzt, sie verstoßen nicht gegen geltendes Recht (wie den Friedhofszwang) und sind finanziell realisierbar.
Was gehört in eine Bestattungsverfügung? (Der Inhalt)
Sie können die Verfügung ganz flexibel und so detailliert gestalten, wie Sie möchten. Es gibt jedoch ein paar Kernfragen, die in keinem Dokument fehlen sollten:
1. Die Bestattungsart
Das ist die wichtigste Entscheidung überhaupt: Möchten Sie klassisch im Sarg erdbestattet werden oder wünschen Sie eine Feuerbestattung (Kremierung)? Wenn Sie sich für die Urne entscheiden, können Sie direkt festlegen, ob die Beisetzung auf einem normalen Friedhof, teilanonym im Rasengrab, als Baumbestattung im Wald oder als Seebestattung in der Ostsee stattfinden soll.
2. Der Ort der Beisetzung
Legen Sie fest, auf welchem Friedhof, in welchem Bestattungswald oder in welcher Region die Beisetzung erfolgen soll. Das verhindert Streit, wenn die Familie an verschiedenen Orten in Deutschland lebt.
3. Der Rahmen der Trauerfeier
Hier dürfen Sie sehr persönlich werden. Bestimmen Sie Details wie:
- Soll die Trauerfeier kirchlich mit Pastor oder weltlich mit einem freien Trauerredner stattfinden?
- Welche Lieder oder Musikstücke sollen gespielt werden?
- Gibt es bestimmte Wünsche für den Blumenschmuck?
- Wird im Anschluss ein Leichenschmaus (Trauerkaffee) gewünscht?
- Soll die Beisetzung im großen Kreis oder im engsten Familienkreis stattfinden?
4. Besondere Wünsche
Möchten Sie, dass die Trauergäste statt in tiefem Schwarz in farbenfroher Kleidung erscheinen, weil es zu Ihrem Lebensgefühl passt? Oder wünschen Sie sich statt teurer Kränze lieber eine Spende an eine gemeinnützige Organisation? All das findet hier seinen Platz.
Formale Kriterien: So wird die Verfügung rechtssicher
Damit das Dokument im Ernstfall auch anerkannt wird und Gültigkeit besitzt, sollten Sie ein paar einfache formale Regeln beachten:
- Handschriftlich oder getippt: Sie können die Verfügung am Computer tippen und ausdrucken. Wichtig ist jedoch, dass Sie das Dokument am Ende eigenhändig mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift versehen.
- Regelmäßige Aktualisierung: Unterschreiben Sie das Dokument alle paar Jahre neu (z. B. mit dem Zusatz: „Dies ist weiterhin mein Wille. Ort, Datum, Unterschrift“). Das zeigt, dass Ihre Wünsche weiterhin aktuell sind.
- Geistige Gesundheit: Wenn Sie das Dokument in höherem Alter aufsetzen, kann es helfen, die Unterschrift vom Hausarzt oder einem Notar bestätigen zu lassen, um späteren Zweifeln an der Testierfähigkeit vorzubeugen.
Der wichtigste Faktor: Wo bewahrt man das Dokument auf?
Die beste Bestattungsverfügung nützt nichts, wenn sie im Ernstfall niemand findet. Legen Sie das Dokument auf keinen Fall in Ihr Testament! Warum? Das Testament wird in Deutschland oft erst Wochen nach der Beerdigung vom Nachlassgericht offiziell eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Beerdigung längst vorbei.
Bessere Aufbewahrungsorte:
- Bei den engsten Angehörigen: Übergeben Sie eine Kopie direkt der Person, die sich im Ernstfall um alles kümmern muss.
- Beim Bestatter Ihres Vertrauens: Das ist der sicherste Weg. Im Rahmen einer Bestattungsvorsorge hinterlegen Sie Ihre Verfügung direkt bei uns. Tritt der Ernstfall ein, werden wir als Bestatungshaus ohnehin als Erste informiert und haben Ihre Wünsche sofort griffbereit.
Die Checkliste für Ihre Bestattungsverfügung
| Punkt | Wichtige Frage an Sie selbst |
| 1. Art | Sarg oder Urne? (Erd-, Baum-, See-, oder Kolumbariumsbestattung) |
| 2. Ort | Welcher Friedhof / welcher Wald ist mein Wunschort? |
| 3. Ablauf | Wer soll sprechen? Welche Musik soll den Abschied begleiten? |
| 4. Kleidung | Gibt es Wünsche zur Kleidung des Verstorbenen oder der Gäste? |
| 5. Verwahrung | Haben Bestatter oder Angehörige direkten Zugriff auf das Dokument? |
Fazit: Fürsorge, die über das Leben hinausgeht
Eine Bestattungsverfügung zu schreiben, kostet im ersten Moment Überwindung. Doch das Gefühl, alles geregelt zu haben, bringt eine tiefe innere Erleichterung. Sie nehmen Ihren Kindern oder Ihrem Partner in einer Situation, die von schwerer Trauer geprägt ist, quälende Zweifel und harte Entscheidungen ab. Es ist ein Akt der puren Fürsorge.
Möchten Sie Ihre Wünsche für die Zukunft sicher und unkompliziert festhalten? Wir von Bestattungen Thies stellen Ihnen gerne kostenfreie Vorlagen und Muster für eine rechtssichere Bestattungsverfügung zur Verfügung. Gemeinsam können wir Ihre Wünsche auch direkt in einem Vorsorgevertrag in unserem Haus hinterlegen – absolut sicher und verlässlich. Sprechen Sie uns einfach an, wir nehmen uns Zeit für Sie.