Bestattungsvorsorge im Ausland: So sichern Sie Ihren Abschied weltweit ab

Die Deutschen sind ein reiselustiges Volk. Ob der wohlverdiente Sommerurlaub unter spanischer Sonne, die regelmäßigen Geschäftsreisen quer durch Europa oder der mutige Schritt, den Ruhestand als Auswanderer komplett im Ausland zu verbringen – die Grenzen unserer Lebenswege sind fließend geworden. Doch mit der zunehmenden Mobilität wächst auch ein bürokratisches und emotionales Risiko, über das niemand gerne nachdenkt: Was passiert, wenn der Ernstfall fernab der Heimat eintritt?

Ein Todesfall im Ausland stellt Angehörige vor gigantische Hürden. Fremde Sprachen, unbekannte Gesetze und horrende Kosten für eine Überführung nach Deutschland können Familien in eine existenzielle Krise stürzen. Eine vorausschauende Bestattungsvorsorge für das Ausland ist daher der sicherste Weg, um sich selbst und seine Liebsten weltweit abzusichern.

In diesem ausführlichen Ratgeber erklären wir Ihnen, worauf Sie bei der Vorsorge achten müssen, wann bestehende Verträge im Ausland gelten und wie Sie finanzielle Fallstricke vermeiden.

1. Das größte finanzielle Risiko: Der Rücktransport

Stirbt ein Mensch im Ausland, wünschen sich die meisten Familien eine Beisetzung in der vertrauten Heimat. Eine solche Überführung (egal ob im Sarg per Flugzeug oder nach einer Einäscherung vor Ort per Urnentransport) ist jedoch ein logistischer Kraftakt.

  • Die Kosten: Je nach Reiseland, Bürokratieaufwand und Transportweg schlägt eine Rückführung schnell mit 3.000 bis über 10.000 Euro zu Buche.
  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nicht: Ein fataler Irrtum ist der Glaube, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten im Rahmen der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) übernimmt. Das Gesetz schließt den Rücktransport im Todesfall explizit aus! Ohne private Vorsorge bleibt die Familie komplett auf den Kosten sitzen.

2. Gilt meine deutsche Bestattungsvorsorge auch im Ausland?

Wenn Sie bereits einen Bestattungsvorsorgevertrag bei einem deutschen Bestatter abgeschlossen oder Geld auf ein Treuhandkonto eingezahlt haben, ist dieses Geld erst einmal sicher. Es ist zweckgebunden für Ihre Bestattung reserviert. Allerdings gibt es feine Unterschiede, je nachdem, wie Sie im Ausland unterwegs sind:

Szenario A: Sie versterben im Urlaub oder auf Geschäftsreise

In diesem Fall greift Ihre deutsche Vorsorge für die eigentliche Beisetzung (z. B. das Grab auf dem Heimatfriedhof) weiterhin perfekt. Allerdings deckt der normale Vertrag beim Bestatter meist nicht die Kosten für den reinen Rücktransport aus dem Urlaubsland ab.

Die Lösung: Ergänzen Sie Ihre Vorsorge für Reisen unbedingt um eine weltweite Auslandskrankenversicherung mit integriertem Rücktransport im Todesfall oder achten Sie auf den sogenannten „Auslandsschutz“ bei Ihrer Sterbegeldversicherung.

Szenario B: Sie wandern dauerhaft aus

Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegen (z. B. als Rentner nach Portugal oder Thailand), sollten Sie Ihren bestehenden Vorsorgevertrag anpassen. Eine Erdbestattung im Sarg nach Deutschland zu organisieren, macht dann oft weder logistisch noch finanziell Sinn.

Die Lösung: Stellen Sie den Vertrag in Absprache mit Ihrem Bestatter um – beispielsweise auf eine Kremierung im Auswanderungsland mit anschließender anonymer Rückführung der Urne oder einer Seebestattung. Ein angelegtes Vorsorge-Treuhandkonto ist flexibel und das Guthaben kann im Ernstfall auch an ausländische Dienstleister ausgezahlt werden.

3. Die Sterbegeldversicherung im Auslandstest

Wer seine Bestattungsvorsorge über eine Sterbegeldversicherung finanziert, genießt meist einen großen Vorteil: Die meisten deutschen Versicherer zahlen die vereinbarte Versicherungssumme weltweit aus, völlig unabhängig davon, in welchem Land der Tod eingetreten ist.

Worauf Sie dennoch im Kleingedruckten achten müssen:

  • Der weltweite Rücktransport-Zusatz: Gute Tarife beinhalten eine Zusatzklausel, die im Falle eines Ferienschadens (Tod während eines Auslandsaufenthalts bis zu einer bestimmten Dauer, meist 6 oder 12 Wochen) die Kosten für die Überführung bis zu einer bestimmten Obergrenze komplett on top übernimmt.
  • Amtliche Dokumente: Im Ausland ausgestellte Sterbeurkunden müssen für die Versicherung oft erst aufwendig übersetzt und durch eine sogenannte „Apostille“ (internationale Beglaubigung) verifiziert werden, bevor das Geld ausgezahlt wird.

Checkliste: Bestattungsvorsorge für Weltenbummler

BausteinWas ist zu prüfen / zu tun?Nutzen für den Ernstfall
1. AuslandsschutzHat meine Sterbegeldversicherung einen Rücktransport-Zusatz?Deckung der hohen Überführungskosten
2. ReiseversicherungJahres-Auslandskrankenversicherung abschließen (auch für Kurzreisen)Sofortige logistische Hilfe im Urlaubsland
3. DokumenteKopie der Vorsorgepolizze und Notfallkontakte im Reisepass hinterlegenSchnelle Handlungsfähigkeit der Behörden vor Ort
4. AuswanderungVorsorgevertrag beim Heimatbestatter auf „Urnentransport“ umstellenLogistische Vereinfachung der Beisetzung

Fazit: Unbeschwert die Welt entdecken

Sich mit der Bestattungsvorsorge für das Ausland zu beschäftigen, nimmt dem Reisen nicht die Leichtigkeit – im Gegenteil. Es schenkt Ihnen und Ihrer Familie die beruhigende Gewissheit, dass selbst am anderen Ende der Welt im schlimmsten Fall alles in geordneten Bahnen verläuft. Ordnung schafft Freiheit, auch auf Reisen.

Planen Sie einen längeren Aufenthalt im Ausland, wandern Sie aus oder möchten Sie einfach sicherstellen, dass Ihre bestehende Vorsorge auch auf Reisen lückenlos geschützt ist? Wir von Bestattungen Thies verfügen über ein großes Netzwerk und Erfahrung mit internationalen Überführungen. Wir prüfen Ihre bestehenden Verträge auf Auslandstauglichkeit und passen Ihre Vorsorge exakt an Ihre Lebenspläne an – weltweit verlässlich. Sprechen Sie uns an.

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