Die letzte Reise zu den Sternen: Wie läuft eine Weltraumbestattung ab?

Für die meisten Menschen liegt die ideale Vorstellung der letzten Ruhestätte in der vertrauten Erde, im schützenden Wald oder in den Tiefen des Meeres. Doch es gibt Menschen, deren Blick zeitlebens nach oben gerichtet war – die eine tiefe Faszination für die Astronomie, das Universum und die Unendlichkeit des Kosmos gehegt haben.

Die Weltraumbestattung gehört zweifellos zu den außergewöhnlichsten Bestattungsarten unserer Zeit. Was lange Zeit wie reine Science-Fiction klang, ist heute Realität: Es ist möglich, einen Teil der Asche eines verstorbenen Menschen mit einer Rakete ins All schießen zu lassen.

Doch wie genau funktioniert eine solche Weltraumbeerdigung? Ist das in Deutschland überhaupt legal? Und mit welchen Kosten muss man rechnen? In diesem Ratgeber werfen wir einen sachlichen und faszinierten Blick auf die letzte Reise zu den Sternen.

Die rechtliche Hürde: Warum der Umweg über das Ausland nötig ist

In Deutschland gilt ein strikter Friedhofszwang. Das bedeutet, dass die gesamte Asche eines Verstorbenen auf einem behördlich genehmigten Grabfeld beigesetzt werden muss. Aus diesem Grund kann eine Weltraumbestattung nicht direkt von deutschem Boden aus starten.

Der Ablauf erfordert daher einen rechtlichen Kniff: Nachdem der Verstorbene in Deutschland eingeäschert wurde, wird die Asche offiziell in ein Land überführt, das ein liberaleres Bestattungsrecht besitzt (beispielsweise in die Schweiz oder die Niederlande). Von dort aus arbeitet das beauftragte Bestattungshaus mit spezialisierten, meist US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen (wie Celestis oder Beyond Burials) zusammen, die die Asche zu den internationalen Weltraumbahnhöfen (z. B. in Cape Canaveral, USA) transportieren.

Der Ablauf: Es wird nur ein symbolischer Teil bestattet

Ein wichtiges Detail, das viele überrascht: Es wird nie die gesamte Asche eines Menschen ins Weltall geschossen. Das Gewicht bei einem Raketenstart ist ein entscheidender Kosten- und Technikfaktor.

  • Für die Weltraumbestattung wird ein kleiner, symbolischer Teil der Asche (meist zwischen 1 und 7 Gramm) entnommen und in eine winzige, speziell angefertigte Mikrokapsel aus Aluminium oder Titan gefüllt.
  • Die restliche Asche verbleibt in Deutschland und wird ganz traditionell auf einem Friedhof, im Rahmen einer Baumbestattung oder einer Seebestattung beigesetzt. Die Familie hat somit weiterhin einen physischen Ort für ihre Trauer auf der Erde.

Die drei Varianten der kosmischen Bestattung

Je nachdem, wohin die Reise gehen soll, bieten die spezialisierten Reedereien und Raumfahrtunternehmen verschiedene Routen an:

1. Der suborbitale Flug (Die Rückkehr zur Erde)

Die Mikrokapsel fliegt an Bord einer Forschungsrakete in die Schwerelosigkeit des Weltalls (ca. 100 Kilometer Höhe). Nach einigen Minuten im All sinkt die Kapsel an einem Fallschirm zurück zur Erde, wird vom Raumfahrtunternehmen geborgen und den Angehörigen als bleibendes Erinnerungsstück übergeben.

2. Die Erdumlaufbahn (Der Satellitenflug)

Die Kapsel wird als zusätzliche Nutzlast mit einem kommerziellen Satelliten in den Erdorbit geschossen. Dort umkreist sie die Erde über Monate oder viele Jahre hinweg. Irgendwann tritt die Kapsel automatisch wieder in die Erdatmosphäre ein und verglüht dort friedlich als Sternschnuppe. Die Angehörigen können die Flugbahn des Satelliten oft per App live am Smartphone mitverfolgen.

3. Die Mond- oder Tiefraum-Bestattung

Dies ist die exklusivste Variante. Die Aschekapsel fliegt an Bord einer unbemannten Raumsonde entweder direkt zur Mondoberfläche, um dort ewig zu ruhen, oder reist unaufhaltsam tiefer in den interplanetaren Raum des Universums hinein.

Der Tag des Starts: Ein Event für die Familie

Eine Weltraumbestattung ist für die Angehörigen ein hochemotionales und feierliches Ereignis. Die Raumfahrtunternehmen organisieren rund um den Raketenstart mehrtägige Events an den Startplätzen in den USA. Die Familien können die Rakete auf der Startrampe besichtigen, nehmen an einer feierlichen Gedenkzeremonie teil und erleben den spektakulären Launch der Rakete schließlich live vor Ort. Wer nicht reisen möchte, kann den Start via exklusivem Live-Stream von zu Hause aus verfolgen.

Kostenstruktur im Überblick

Die Kosten einer Weltraumbestattung hängen extrem von der gewählten Route und der Menge der Asche ab. Sie verstehen sich immer zusätzlich zu den regulären Kosten für die Kremierung und Basisleistungen des Bestatters in Deutschland.

FlugvarianteUngefährer KostenrahmenVerbleib der Aschekapsel
Suborbitaler FlugAb ca. 2.500 € bis 3.500 €Kehrt zur Erde zurück (Erinnerungsstück)
Erdumlaufbahn (Orbit)Ab ca. 5.000 € bis 7.500 €Verglüht nach Jahren als Sternschnuppe
Mond- / TiefraumbestattungAb ca. 12.500 € bis über 25.000 €Verbleibt ewig im All oder auf dem Mond

Fazit: Ein unendliches Denkmal am Nachthimmel

Die Weltraumbestattung ist sicherlich kein Weg für jedermann, aber sie ist eine zutiefst poetische Form des Abschieds. Für die Hinterbliebenen verwandelt sich der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel in ein riesiges, unendliches Denkmal. Jedes Mal, wenn sie zu den Sternen aufsehen, wissen sie, dass ein Teil ihres geliebten Menschen dort oben seine letzte, große Reise angetreten hat.

Fasziniert Sie der Gedanke, Ihre letzte Ruhe im Kosmos zu finden, oder möchten Sie diese außergewöhnliche Bestattungsart im Rahmen einer Vorsorge absichern? Wir von Bestattungen Thies blicken über den Tellerrand der traditionellen Friedhofskultur hinaus. Wir klären für Sie die internationalen Rechtswege, übernehmen die behördliche Abwicklung mit dem Ausland und arbeiten mit den führenden Anbietern der Raumfahrt zusammen. Sprechen Sie uns an – wir weisen Ihnen den Weg zu den Sternen.

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