Liebe Leserinnen und Leser, liebe Familien,
diesen Beitrag schreibe ich heute nicht als klassische Unternehmensmeldung und auch nicht, um irgendeine Leistung zu bewerben.
Ich schreibe ihn als Tristan Thies.
Als der Mensch hinter dem Bestattungsunternehmen. Als jemand, der vor fast vier Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat – mit vielen Ideen, großer Überzeugung, aber natürlich auch mit Zweifeln und der Frage, ob dieser Weg wirklich funktionieren wird.
Heute kann ich sagen: Ja, er funktioniert. Und das liegt vor allem an euch.
Ich möchte mich bei jeder einzelnen Familie bedanken, die sich für mich entschieden und mir ihr Vertrauen geschenkt hat. Denn mir ist bewusst, was dieses Vertrauen bedeutet. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, lässt man nicht einfach irgendeinen Dienstleister ins eigene Leben. Man lässt einen fremden Menschen in eine sehr persönliche, verletzliche und manchmal auch völlig chaotische Situation hinein.
Man erzählt mir Familiengeschichten. Man zeigt mir Fotos. Man spricht über Erinnerungen, über Liebe, manchmal auch über Streit und über Dinge, die nie ausgesprochen wurden. Es wird geweint, gelacht und geschwiegen. Und plötzlich darf ich für eine kurze Zeit ein Teil dieser Familie sein.
Das ist für mich niemals selbstverständlich.
Nach außen sieht man am Ende die Trauerfeier, die Blumen, die Musik, die Rede und den fertig vorbereiteten Abschied. Was man meistens nicht sieht, sind die vielen Gedanken dahinter. Die Gespräche, die Telefonate, die kurzfristigen Änderungen und die Momente, in denen ich abends noch einmal alles im Kopf durchgehe, weil ich möchte, dass es wirklich passt.
Man sieht auch nicht, dass mich manche Schicksale selbst beschäftigen. Dass mir manche Gespräche noch auf der Fahrt nach Hause durch den Kopf gehen. Dass es Verstorbene und Familien gibt, an die ich mich auch lange Zeit später noch erinnere.
Natürlich muss ich in meinem Beruf funktionieren. Ich muss ruhig bleiben, Entscheidungen treffen und den Familien Sicherheit geben. Trotzdem bin ich kein Mensch, an dem all das spurlos vorbeigeht. Und ehrlich gesagt möchte ich das auch gar nicht sein.
Ich liebe meinen Beruf. Nicht, weil der Tod etwas Schönes wäre, sondern weil ich in einer schweren Zeit etwas Gutes tun kann. Weil ich Menschen Halt geben darf, wenn sich gerade alles unsicher anfühlt. Und weil ich dafür sorgen kann, dass ein Abschied nicht einfach nur abgewickelt wird, sondern persönlich und würdevoll bleibt.
Für mich ist jede Bestattung eine Ehrensache.
Ich möchte am Ende selbst das Gefühl haben, wirklich alles gegeben zu haben. Und ich wünsche mir, dass eine Familie später zurückblicken und sagen kann: Es war traurig, aber es war genau richtig.
Wenn mir nach einer Beisetzung jemand die Hand drückt, mich umarmt oder einfach nur sagt: Danke, Tristan, dann bedeutet mir das mehr, als viele vielleicht denken. Auch eine liebe Nachricht einige Tage später oder eine Bewertung bei Google ist für mich nicht einfach nur ein Text im Internet.
Ich lese jede einzelne Bewertung. Und ja, ich freue mich wirklich über jede davon.
Nicht nur persönlich, sondern auch, weil diese Bewertungen meinem Unternehmen enorm helfen. Google ist heute ein starkes Instrument. Viele Familien suchen dort nach einem Bestatter und müssen sich innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wem sie vertrauen können.
Ich bin kein großer Konzern. Hinter meinem Unternehmen stehen keine Investorengruppe und keine riesige Werbeabteilung. Hinter meinem Unternehmen stehe in erster Linie ich.
Ich führe die Gespräche. Ich begleite die Familien. Ich plane die Abschiede. Ich schreibe und halte die Reden. Ich bin vor Ort, wenn ich gebraucht werde. Lediglich bei der telefonischen Erreichbarkeit werde ich unterstützt, damit auch dann jemand erreichbar ist, wenn ich gerade in einem Gespräch oder auf einer Trauerfeier bin.
Deshalb bin ich auf ehrliche Empfehlungen angewiesen. Auf Menschen, die im Freundes -, Familien- oder Bekanntenkreis von mir erzählen. Auf diejenigen, die meine Beiträge teilen, meinen Namen weitergeben oder sich die Zeit für eine Bewertung nehmen.
Dafür möchte ich von Herzen Danke sagen.
Nach fast vier Jahren Selbstständigkeit sieht es aktuell danach aus, als würde auch dieses Jahr wieder stärker werden als das vorherige. Bisher durfte ich mich tatsächlich jedes Jahr über mehr Aufträge und mehr Vertrauen freuen.
Wenn ich ehrlich bin, macht mich das manchmal selbst sprachlos.
Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht nur Freiheit und Erfolg. Es gibt auch die andere Seite: schlaflose Nächte, Verantwortung, Sorgen und Entscheidungen, die einem niemand abnimmt. Es gibt Tage, an denen alles gleichzeitig passiert. Tage, an denen man selbst müde ist, aber trotzdem für andere stark sein muss. Und es gibt immer wieder die Frage, ob man alles richtig macht und ob die eigene Kraft für all das ausreicht.
Dann gibt es aber diese Momente, die mir zeigen, warum ich weitermache.
Ein ehrliches Dankeschön. Eine Umarmung nach der Trauerfeier. Eine Familie, die mich Jahre später erneut anruft, weil sie wieder jemanden verloren hat und sagt: Wir möchten, dass du uns noch einmal begleitest. So traurig der Anlass ist – ein größeres Zeichen von Vertrauen kann es für mich kaum geben.
Besonders dankbar bin ich auch für die Zusammenarbeit mit Pontis. Dort arbeiten Menschen, die ihren Beruf ebenfalls mit Herz ausüben. Die Begleitung endet nicht mit dem Tod eines Menschen. Auch danach bleiben sie an der Seite der Angehörigen.
Genau deshalb passt diese Zusammenarbeit für mich so gut. Wir teilen die Überzeugung, dass Menschen keine Nummer und Familien kein Vorgang sind. Sie brauchen jemanden, der zuhört, erreichbar bleibt und sie nicht alleinlässt, wenn der schwerste Moment eingetreten ist.
Auch dem Bestatterservice Hallmann möchte ich Danke sagen. Es ist ungemein wertvoll, Menschen und Partner zu haben, auf die ich mich jederzeit verlassen kann. Gerade als jemand, der den größten Teil seiner Arbeit allein trägt, weiß ich diese Unterstützung sehr zu schätzen.
In den vergangenen Jahren sind außerdem neue Ideen entstanden. Dazu gehört unter anderem das Projekt Urne-Zuhaus.de, das bisher wirklich toll angenommen wird. Mittlerweile gibt es auch das Zertifikat für Pflegekräfte, das ich ausstellen darf. Und in meinem Kopf warten schon weitere Ideen darauf, umgesetzt zu werden.
Ich möchte mich weiterentwickeln, ohne dabei das zu verlieren, womit alles angefangen hat: die persönliche Begleitung.
Ich möchte nicht irgendwann nur noch einen Namen über einer Tür darstellen. Ich möchte weiterhin der Mensch sein, der ans Telefon geht, am Tisch bei den Familien sitzt und genau zuhört. Der nicht einfach ein festes Programm abspult, sondern fragt: Was passt wirklich zu diesem Menschen?
Natürlich war nicht jeder Abschnitt der letzten Jahre leicht. Es gab Gegenwind, Abmahnungen und Menschen, die mir Steine in den Weg gelegt haben. Manche Situationen haben mich geärgert, manche verletzt und manche haben mich auch zweifeln lassen.
Heute weiß ich aber: Auch das gehört zu meinem Weg.
Deshalb sage ich sogar jedem Rechtsanwalt Danke, der mir eine Abmahnung geschrieben hat, und jedem Menschen, der versucht hat, mir das Leben schwerzumachen. Nicht, weil diese Situationen schön waren, sondern weil ich an ihnen gewachsen bin. Ich habe gelernt, genauer hinzusehen, für mich einzustehen und mich nicht von meinem Weg abbringen zu lassen.
Gerade in unserer Branche verändert sich derzeit vieles. Immer mehr Bestattungsunternehmen werden an große Konzerne oder Investoren verkauft. Diese Unternehmen verfügen natürlich über finanzielle Möglichkeiten, mit denen ein kleiner, inhabergeführter Bestatter kaum mithalten kann.
Ich kann vielleicht nicht das größte Werbebudget bieten. Dafür kann ich etwas anderes geben: mich selbst, meine Zeit, meine Erreichbarkeit und meinen Anspruch, jede Familie so zu begleiten, wie ich es mir für meine eigene Familie wünschen würde.
Ich stehe morgens dankbar auf und mache diese Arbeit aus voller Überzeugung. Natürlich gibt es anstrengende Tage. Natürlich bin auch ich manchmal müde oder komme an meine Grenzen. Aber ich habe bis heute keinen einzigen Tag bereut, an dem ich mich für diesen Weg entschieden habe.
Wenn ich nach fast vier Jahren ein Fazit ziehen soll, dann ist es vor allem dieses:
Ich bin stolz auf das, was entstanden ist. Aber noch viel stärker als der Stolz ist meine Dankbarkeit.
Dankbarkeit für jede Familie. Für jeden verstorbenen Menschen, den ich auf seinem letzten Weg begleiten durfte. Für jedes Vertrauen. Für jede Empfehlung. Für jede Bewertung. Für jedes liebe Wort. Für jeden Menschen, der an mich geglaubt hat – und manchmal auch für diejenigen, die es nicht getan haben.
Hinter dem Namen meines Unternehmens steht kein anonymer Konzern.
Dahinter stehe ich.
Mit meinen Ideen, meinen Fehlern, meinen Gedanken, meiner Verantwortung und ganz viel Herz.
Und solange die Familien mir weiterhin ihr Vertrauen schenken, werde ich jeden Tag mein Bestes geben, diesem Vertrauen gerecht zu werden.
Von Herzen: Danke für alles.
Euer
Tristan Thies